Obwohl er sich längst noch nicht zum alten Eisen zählt, hat Bernhard Radauer die Nachfolge in seinem Betrieb bereits vorbildlich geregelt. Heute ist das etablierte steirische Autohaus ein Familienbetrieb, in dem zwei Generationen erfolgreich an einem Strang ziehen. 

Der Besucheransturm war gewaltig, als das Autohaus Radauer Ende April dieses Jahres in St. Veit an der Glan seine erste Filiale eröffnete. Der traditionsreiche steirische Familienbetrieb, der 1989 in Neumarkt von Bernhard Radauer gegründet wurde und heute die Marken Opel und Suzuki führt, hatte den mutigen Schritt nach Kärnten gewagt und wurde belohnt. „Bereits am Eröffnungstag konnten wir schon einige Abschlüsse tätigen“, strahlt Geschäftsführerin Karin Radauer, die Tochter des Unternehmensgründers.

Radauer Karin

Basis der Entscheidung für den Neubau einer Filiale auf der grünen Wiese am Ortsrand von St. Veit war ein Familienbeschluss, den Vater Bernhard, Mutter Rosa-Maria, Sohn Bernhard und Tochter Karin gemeinsam am Küchentisch fassten: Bernhard Radauer junior kümmert sich um die Erhaltung des Gebietes in Neumarkt, Tochter Karin leitet die Filiale in St. Veit, und die Eltern sind als gleich berechtigte Partner in alle Entscheidungen mit einbezogen. Auch Cousin Stefan Radauer arbeitet im Familienbetrieb, er ist als Kfz-Techniker in der Werkstatt in Neumarkt tätig, und Bernhard Juniors Ehefrau Sabine leitet die an den Neumarkter Betrieb angeschlossene Tankstelle. Insgesamt sind es 18 Mitarbeiter, die den Betrieb in Neumarkt am Laufen halten.

Die Strategie des Feldherrn
„Den Schritt nach Kärnten haben wir erst gewagt, als Karin zugestimmt hat, die Aufgabe zu übernehmen“, erzählt Vater Radauer. Seine Tochter war einige Jahre zuvor nach Wien gegangen und hatte in einer Versicherung gearbeitet, als sie von den Expansionsplänen der Familie erfuhr. „Ich hab keine Minute gezögert und zugesagt“, erzählt die junge Autohaus-Geschäftsführerin, „obwohl es mir in Wien sehr gut gegangen ist, hat es mich wieder in die Heimat zurück gezogen.“

Sowohl Karin als auch Bernhard Junior sind fest auf die von Vater Bernhard vorgelebte Erfolgs-Philosophie eingeschworen. „Egal, welche neuen Strategien die sogenannten Marketingexperten verkünden: Die Grundlagen des Autohandels haben sich seit 25 Jahren überhaupt nicht verändert“, erklärt der Autohausgründer. Am wichtigsten sei es, den persönlichen Kontakt zu den Kunden zu pflegen. So sind die Radauers mit ihrem Abschleppwagen rund um die Uhr zur Stelle, wenn ein Kunde einmal mit seinem Wagen liegenbleibt, und sie sperren auch schon einmal am Sonntag den Schauraum auf, wenn ein Interessent unter der Woche keine Zeit findet. „Man muss den eigenen Weg mit vollem Einsatz gehen und darf sich nicht davon beeindrucken lassen, was die Konkurrenz macht“, sagt Bernhard Radauer. Der Erfolg gibt ihm Recht, und auch seine Kinder sehen keinen Grund, vom eingeschlagenen Weg abzuweichen. Im Bezirk Murau hält der traditionsreiche Familienbetrieb rund 10 Prozent Marktanteil bei Suzuki und rund 10 Prozent bei Opel. „In St. Veit gibt es ein enormes Wachstumspotenzial für die beiden Marken“, ist der Senior überzeugt, der mittelfristig auch mit Peugeot in St. Veit vertreten sein will. Mit seinen 56 Jahren fühlt sich Bernhard Radauer am Höhepunkt seiner Tatkraft und schmiedet ehrgeizige Pläne: „St. Veit liegt vor den Toren Klagenfurts, und ich wäre ein schlechter Feldherr, wenn ich vor den Toren stehen bleiben würde!“

Traditionsreiche Partnerschaft
„Castrol steht der Familie Radauer seit über 20 Jahren als Schmierstoffpartner zur Seite und hat sie auch auf ihrem Expansionskurs nach Kärnten begleitet“, erklärt Castrol-Marketingleiterin Michaela Rockenbauer. Für sie ist ein Besuch bei den Radauers wie ein Familientreffen, da sie in den letzten Jahren als Beraterin in die wichtigsten unternehmerischen Entscheidungen mit einbezogen war. „Wir haben gemeinsam den neuen Standort auf der grünen Wiese vor St. Veit besichtigt, und auch gemeinsam die gelungene Eröffnung gefeiert“, erzählt Rockenbauer. Für die Branchenkennerin liegt der Erfolg des Autohauses Radauer in der gefestigten Struktur des Familienbetriebes, in dem alle Mitglieder an einem Strang ziehen. Das unerschütterliche Festhalten an seinen Prinzipien lässt Gründer Bernhard Radauer optimistisch in die Zukunft blicken.

So macht er sich auch über das kommende Auslaufen der Händlerschutzbestimmungen kein Kopfzerbrechen. „Denn erst gute Händler machen die Importeure schlagkräftig. Ich würde mir wünschen, dass sich noch viel mehr meiner Branchenkollegen ihrer starken Position bewusst werden.“